Leadership Connect - 1. FC Kaiserslautern

Deutsch-amerikanische Partnerschaft trifft Fußballtradition


Foto: USAFE

Die enge Freundschaft zwischen der amerikanischen Gemeinschaft in Kaiserslautern und dem 1. FC Kaiserslautern besteht seit vielen Jahren – sei es auf persönlicher Ebene durch Fanclubs, die es sogar bis in die USA geschafft haben, oder durch gemeinsame Projekte wie den „9/11 Stair Climb“ im Fritz-Walter-Stadion, der an die beim Terroranschlag vom 11. September 2001 verstorbenen Einsatzkräfte erinnert.

Diese Verbindung konnte nun im Rahmen des Leadership Connect Programms weiter intensiviert werden: Das gemeinsame Treffen beim FCK bot Raum für persönliches Kennenlernen sowie eindrucksvolle Einblicke in die Welt eines traditionsreichen Fußballvereins. Sowohl bei der Stadionführung, in der an prägende Persönlichkeiten und große Erfolge des Vereins erinnert wurde, als auch im Austausch mit der Geschäftsleitung wurde deutlich, wie tief der Verein in der Stadt und der gesamten Region verwurzelt ist. Und auch für viele Mitarbeitende ist der FCK weit mehr als ein Arbeitgeber: Sie leben ihre Aufgabe spürbar mit großer Leidenschaft.

Unter den Teilnehmenden waren Vertreter der US Air Force und Army sowie die Geschäftsleitung und Bereichsleiter des FCK, darunter Geschäftsführer Thomas Hengen und Sportdirektor Marcel Klos. Besonders hervorgehoben wurde die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Führungsteam. Entscheidungen werden strukturiert, gemeinschaftlich und im kontinuierlichen Austausch getroffen, häufig nach dem Vier-Augen-Prinzip sowie unter Berücksichtigung kurz-, mittel- und langfristiger Ziele. Gleichzeitig erfordert das dynamische Umfeld des Profifußballs ein hohes Maß an Flexibilität und schnelle Reaktionsfähigkeit, etwa bei unerwarteten Ereignissen wie Verletzungen kurz vor Transferschluss.

Deutlich wurde zudem: Erfolgreiche Führung basiert auf klaren Strukturen, guter Kommunikation und verlässlicher Planung. Gerade bei sensiblen Themen ist Vertrauen im engsten Kreis essenziell. In einem emotional geprägten Umfeld wie dem Fußball ist der Druck hoch – gegenüber den Fans, aber auch den eigenen Mitarbeitenden. Dies macht ein funktionierendes, vertrauensvolles Miteinander umso wichtiger. Auch mit den Spielern findet ein intensiver Austausch statt, auch darüber, wie sie sich selbst und den Verein nach außen repräsentieren. Ergänzende Einblicke gab Pierre Charrier, Senior Director bei SPORTFIVE. Als Standort- und Teamleiter schilderte er die Zusammenarbeit mit dem Verein aus Perspektive des Sportrechtevermarkters des FCK und ging dabei insbesondere auf die Marketing- und Vertriebsstrategien ein.

Im Vergleich zum US-Militär sind die Hierarchien beim FCK derzeit eher flach. Dieser Umstand könnte sich jedoch mit zunehmendem Wachstum und steigender Professionalisierung künftig verändern. Denn mit der Größe eines Clubs wachsen auch die Anforderungen an Struktur und Organisation.

Auch in der Kommunikation zeigen sich Unterschiede zwischen Organisationen: Während in manchen Bereichen der Austausch stärker digital (z. B. per E-Mail) erfolgt, sind in anderen, wie dem Militär, direkte Kommunikationswege entlang klar definierter Hierarchien üblich. Unabhängig davon herrschte Einigkeit darüber, wie wichtig klare Absprachen zu Erwartungen, Erreichbarkeit und Kommunikationswegen sind. Führung bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem, Prioritäten zu setzen und die Orientierung vorzugeben.

Ein weiteres spannendes Thema war der Umgang mit Risiko, das je nach Kontext unterschiedlich bewertet wird: Während es in der Wirtschaft häufig um finanzielle Auswirkungen geht, kann es im militärischen Umfeld um Leben und Tod gehen. Umso wichtiger ist es daher, junge Menschen frühzeitig dafür zu sensibilisieren, Risiken realistisch einzuschätzen und fundierte Entscheidungen zu treffen.